Migration als Avantgarde, 2017

Das Zuhause verlieren, die Vertrautheit des Alltags, den Beruf, die Sprache und die Natürlichkeit der Reaktionen und Gebärden, den ungezwungenen Ausdruck der Gefühle. Vorgänge über die Hannah Arendt in ihrem Essay „Wir Flüchtlinge“ 1943 schreibt und Michael Danner (*1967) tritt mit seinem Buchprojekt „Migration als Avantgarde“ mit ihr in Dialog. Er untersucht in seiner fotografischen Arbeit die neuen Wege, die MigrantInnen in der Hoffnung auf ein besseres Leben beschreiten. Unter dem Einsatz der eigenen Unversehrtheit und angetrieben von der Sehnsucht ihrem Leben eine Perspektive zu geben, bringen sie neue Sichtweisen und Denkansätze mit in unsere Gesellschaft. Arendt meinte, unsere Identität wechselt so häufig, dass keiner herausfinden kann, wer wir eigentlich sind.
Danner erlaubt uns in Migration als Avantgarde zu beobachten und zu interpretieren, was wir sehen und schafft einen Raum für Dialog, der zu einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung anregen soll, der über das eigentliche Sujet hinausgeht.