Inside Out, 2015/16

Er fuhr so weit von zu Hause weg, wie es die Müdigkeit erlaubte, manchmal blieb er dann für ein paar Tage, manchmal für eine Woche auf der Straße. Andere Male reiste er hunderte von Meilen, nur um am selben Tag wieder nach Hause zurückzukehren. „Beim Fotografieren von Fremden gibt es einen natürlichen Argwohn, der auf beiden Seiten der Kamera geteilt wird. Als Fotograf nutze ich die Verletzlichkeit meiner Subjekte, im Gegenzug muss ich auch meine offen darlegen.“

Für Harris Mizrahi (*1992), dessen Arbeit sich auf Verwundbarkeiten und Porträts konzentriert, war die Arbeit an „Inside Out“ eine Entschuldigung seiner tiefen Depression und der verführerischen Manie seiner bipolaren Störung zu entkommen.

Obwohl die Bilder mit ehrlicher Absicht erstellt wurden, handelt es sich nicht um Fakten, welche sie auch gar nicht darstellen mögen. Sie bewegen sich auf einer Linie zwischen Phantasie und Realität, gehören weder auf die eine noch auf die andere Seite. Das Endergebnis ist eine Geschichte von Orten und Menschen, die außerhalb dieser Fotos nicht wirklich existieren