ZZYZX, 2016

Die frühen Siedler nannten Kalifornien den „Goldenen Staat“ und das „Land, wo Milch und Honig fließt“. Hieraus ergibt sich heutzutage mit Zersiedelung, massiven Verkehrsknotenpunkten und z.B. Skid Row (ein Gebiet in Downtown Los Angeles mit der höchsten Population an Obdachlosen in den USA) eine offensichtliche Ironie. Jedoch Kalifornien ist nicht so einfach zu zerlegen oder zu visualisieren, weder als klischeehaftes Paradies noch als dessen Niedergang.
Es entsteht eine seltsame Art von Harmonie, wenn alles zusammen gesehen wird – das Erhabene, das Psychedelische, das Selbstzerstörerische. Wie alle Orte, ist es unvorhersehbar und widersprüchlich, aber auf extreme Art. Kulturen und Geschichten koexistieren, das Schöne sitzt neben dem Hässlichen, das Erlösende neben dem Verzweifelten, alles gemeinsam unter einem seltsamen und einzigartigen Licht, ebenso transzendent wie grell.
 Die Leute, Plätze und Tiere von „ZZYXZ“ waren auch schon vorhanden, bevor Gregory Halpern (*1977) sie mit seiner Kamera einfing, aber er hat diese Fotos zu einem Werk der Fiktion oder Phantasie verwebt – eine Struktur, Sequenz und Zusammenstellung, die – wie Los Angeles – selbst nahezu unter der eigenen seltsam geformten Masse zusammenbricht.